Während anfänglich der Eindruck entstand, als hätte die 25jährige Stefanie Kloß nicht die Kraft in der Stimme sich gegen den wuchtigen Sound von Gitarre und Schlagzeug durchzusetzen, verschwand das Gefühl bereits nach kurzer Zeit wieder. Stimme und Instrumente waren voll da, Songs wie "Meer sein" und "Durch die Nacht" setzten erste Höhepunkte.
Während sich "Tanz aus der Reihe" musikalisch eher als unspektakulär erwies, kam im Publikum große Freude auf, als Stefanie (nach dem Hinweis, dass die Jungs der Band sehr schlechte Tänzer seien) gut zehn Fans zum Tanzen auf die Bühne holte. Ob das Abklatschen mit den "Monden", wie Silbermond von manchen Anhängern genannt werden, oder die Nähe zu den Stars des Abends, das Luftgitarre spielen an der Seite von Thomas Stolle - oder einfach nur ausgelassenes Springen, Hüpfen und "Abgehen" - auch für Außenstehende mehr als nur ein Blick wert. Es sollte nicht die letzte Aktion für die zahlreichen Fans an diesem Abend in Oberhausen sein.
Ein besonderes Highlight gab es nach dem Bass-Solo von Johannes Stolle im Anschluss an "Zeit für Optimisten", als die Band (zunächst nur zu Zweit, der Rest der Jungs folgte kurz darauf) von der Bühne fast unbemerkt auf die gegenüberliegende Seite der Halle wechselte. Drei Songs wurden auf einer Treppe im Publikum gespielt. Die Fans waren hellauf begeistert, zumal mit "Symphonie" einer der besten Songs von Silbermond bestaunt werden durfte. Top!
"Das Lied mit nur einem Akkord", im Vorfeld nur am Rande als Gag mitbekommen, gab es an diesem Abend nun endlich für mich die umjubelte Live-Premiere. Und das gleich zweifach. Drummer "Nowi", auf den Videowänden als "Bon Nowi" präsentiert, kam nach einer kurzen Einführung von Sängerin Stefanie Kloß mit Gitarre aus dem Bühnenhintergrund hervor - endlich hatte er seinen Auftritt. Trotz relativ sinnfreiem Text und dem Gipfel der Minimalität beim Gitarrenspiel machte der Song - eine Fortsetzung des ursprünglichen Titels - Spaß. Vielleicht gerade deshalb. Die Nummer kam sogar so gut an, dass es im Anschluss auch gleich das nicht wirklich anders klingende Original gab.
Die sehr publikumsnahe Band aus Ostdeutschland sorgte auch weiterhin für Spaß im Publikum - nicht nur in musikalischer Hinsicht. Eine halbleere Plastikwasserflasche wurde einige Meter in den Innenraum geworfen. Was zunächst nur nach einem kleinen Andenken für die Fans aussah, entpuppte sich kurz darauf als Zielpunkt des Stage-Divings von Stefanie. Auf dem Rücken liegend ließ sie sich auf den Händen der Fans tragen - bis hin zum Fänger der Wasserflasche - und natürlich auch wieder zurück.
"Krieger des Lichts" zählt für mich nicht zu den besten Songs von Silbermond - an diesem Abend aber gefiel die Nummer gut. Großen Anteil daran hatte das schöne Lichtermeer, zu dem die Fans animiert wurden. Feuerzeuge, Handydisplays und sonstige Lämpchen wurden geschwenkt. "Unendlich", der 18. Song des Abends überzeugte erneut eindrucksvoll. Hier stimmte das Zusammenspiel von Bühnenbild, Sound und Live-Gesang einfach. Anschließend viel langsam der Vorhang...
Doch schon wenige Minuten später begann die Zugabe - anders als erwartet und mit einer kleinen Überraschung. Die Bühne - komplett im Dunkeln gelegen - bot mit den Hauptprotagonisten an großen, farbig leuchtenden Trommeln im Stile der "Blue Man Group" ein optisch gelungenes Schauspiel. Auch Sängerin Stefanie brachte sich ein.
"Keine Angst", die viel umjubelte Zugabe "Das Beste" und "Ich bereue nichts" setzten glanzvolle Schlusspunkte an diesem Abend in Oberhausen. Fazit Silbermond boten an diesem Abend in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen den begeisterten Fans einen klasse Auftritt. Live-Gesang, Bühnenshow und der stetige Kontakt zum Publikum der sympathischen Band aus Bautzen sorgten für einen rundum gelungenes Konzert, was einfach Spaß gemacht hat. Garantiert nicht mein letzter Besuch bei Stefanie, Thomas & Co.
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