Samstag, 3. Oktober 2009

Vienna Teng (17.03.09, Düsseldorf)

Aufmerksam geworden durch eine Internetbekanntschaft und bereits nach nur wenigen Songs ein mehr als interessierter Zuhörer der schönen Uptempostücke, größtenteils jedoch Balladen von Vienna Teng. Die amerikanische Pianistin und Sängerin mit asiatischen Vorfahren kam zu einem Gastspiel in die NRW-Landeshauptstadt.
Nicht so zentral gelegen wie andere Veranstaltungsorte in Düsseldorf, gab es auch beim erstmaligen Besuch des "Zakk" keine Probleme bei Hin- und Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die bislang kleinste Location meiner Konzertbesuche sorgte in einer ca. 300 Leute fassenden, bestuhlten Halle für eine intime Atmosphäre mit zahlreichen Highlights.
Vienna Teng bot dem sichtlich zufriedenen Publikum - von 20 bis über 50jährige waren sämtliche Altersgruppen vertreten, die älteren Semester jedoch klar in der Überzahl - zusammen mit ihren musikalischen Partnern ein abwechslungsreiches Programm.
Neben der klaren, kräftigen, zugleich aber auch zart und zerbrechlich wirkenden Stimme und der als Cynthia Yih Shih geborene Vienna Teng sorgte Alex Wong als einer von zwei Begleitmusikern an unterschiedlichen Instrumenten für den passenden Sound. Auch bezogen die Künstler das Publikum immer wieder mit ein. Das Einstimmen der Zuschauer in den Chorus von "Soon love soon", rhythmisches Klatschen, sogar Stampfen mit den Füßen oder der regelmäßige Dialog mit den Fans sorgten stets für eine sehr positive Stimmung.

Eine kleine Bühne ohne jedwege Dekoration oder Effekte - einfach und schlicht präsentierte Vienna Teng mit ihren beiden Mitstreitern den Besuchern gute 120 Minuten lang "Piano-Pop" vom Feinsten.

Neben der 31 Jahre alten US-Amerikanerin konnte vor allem Alex Wong an den Percussions beeindrucken. Hier kamen neben den altbekannten Utensilien auch spezielle "Eigenkonstruktionen", beispielsweise eine Kiste, zum Einsatz.

Alle Songs wurden mit viel Engagement präsentiert und ebenso vom begeisterten Publikum aufgenommen. Für einige Lacher sorgte Vienna Teng mit der Erwähnung eines in Deutschland (ehemals) populären Stars: David Hasselhoff! Ein Bild, was viele Amerikaner heute noch manchmal wirklich von Deutschland haben - Hasselhoff ist hier ein Star. In diesem Fall natürlich nicht ganz ernst gemeint, genauso wie die Ankündigung einiger seiner Songs. Aber Spaß hätte es ganz bestimmt gebracht.

Dafür gab es Coverversionen eines ganz anderen Kalibers zu hören. Mit der gelungenen, rhythmusbetonten Interpretation von "Idioteque" (Radiohead) und Simon & Garfunkels "Keep the Customer Satisfied" zeigte die US-Amerikanerin, dass sie auch Fremdkompositionen im eigenen Stil präsentieren kann - und das alles andere als kritikwürdig.

Nach mehr als 120 Minuten Spielzeit (eine kleine Pause nach ca. 60 Minuten nicht mitgerechnet) und einigen Zugaben endete ein schönes Konzert, welches von Vienna Tengs traumhafter Live-Stimme mit Klavierspiel (hier allerdings auf einem Keyboard) sowie der Begleitband hervorragend gestaltet wurde. "Hoffentlich nicht zum letzten Mal" war wohl der Gedanke vieler Besucher nach Verlassen des "Zakk" - natürlich mit der Hoffung auf neue Konzertermine in den nächsten Jahren...

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