"Freie Platzwahl" - für mich immer eher abschreckend und mit der Befürchtung eines äußerst dürften Platzes verbunden, sollte sich jedoch erneut als ein Glücksgriff erweisen. Mehr als 7.000 Leute mit einem Durchschnittsalter in den Zwanzigern füllten die zweitgrößte Veranstaltungshalle Düsseldorfs in kürzester Zeit. Bereits seit Wochen war die Veranstaltung ausverkauft, die Erwartungen hoch.
Trotz des regen Andrangs - bereits 70 Minuten vor Einlass (und mehr als 3 (!) Stunden bevor "The Killers" mit "Human" eine grandiose Show eröffnen sollten) reihte ich mich in eine von zwei kontinuierlich wachsenen Schlangen an den Eingangstüren ein - konnte man glücklicher Weise locker und leicht einen Top-Sitzplatz mit idealer Sicht auf die Bühne ergattern. Die Tribünenplätze füllten sich langsam, während der überwiegende Teil der Besucher natürlich in den Innenraum Richtung Bühne strömte. Sowohl das Warten vor der Halle als auch die Einlassprozedur lief sehr gesittet und ohne Geschubse oder Gedränge ab.
Als "Opening Act" betraten "Louis XIV" um Punkt 20 Uhr die Bühne. Das sie diese auch besser schleunigst wieder hätten verlassen sollen, wurde spätestens nach zwei, drei Nummern klar. Mit jeder Menge Lautstärke, erschreckend schwachen Melodien und äußerst beschränkten gesanglichen Fähigkeiten hielten "Louis XIV" die seit Stunden wartenden Menge zumindest...wach. 35 Minuten lang jagte eine Gurkennummer die nächste. Und trotz einiger versöhnlicheren Klänge gegen Ende hin schafften es die Amerikaner sogar die Band "We are Scientists" (Vorgruppe für R.E.M. in Oberhausen 2008) als schlechtester "Opening Act" der mir bislang untergekommen ist, abzulösen.
Dass Musik vom Band nicht immer die schlechteste Alternative sein muss, wurde hier eindrucksvoll bewiesen. Jeder Schlager-Sampler wäre willkommener gewesen. Ob nun auf Grund der freudigen Erwartung auf "The Killers" oder wegen der nach langer Wartezeit endlich einsetzenden Live-Musik fanden sich aber doch ein paar "Mitklatscher" im Publikum.
Alles in allem eine richtig schlechte Vorgruppe, die nur dank der kürzlich erworbenen Ohropax und einem sehr bequemen Sitzplatz zu ertragen war. Zukünftige Auftritte von "Louis XIV" sollten sich vielleicht besser lediglich auf Hebebühnen beim TÜV beschränken.
Kurz nach 21 Uhr war es dann endlich soweit. Ein Countdown kündigte das baldige Erscheinen der US-amerikanischen Formation an und mit ebenfalls ordentlich Lautstärke setzte der Beat von "Human" ein, zu welchem "The Killers" unter großem Jubel die Bühne betraten.
Für einen kurzen Moment kamen Gedanken an zuvor flüchtig gelesene Kritiken zu einigen "Killers"-Auftritten auf, die sowohl Klangqualität als auch insbesondere den Gesang von Frotnman Brandon Flowers massiv abwerteten. Doch davon sollte in den folgenden 90 Minunten überhaupt keine Rede mehr sein - im Gegenteil.
Kraftvolle Musik mit wummernden Beats, ein in Lautstärke und Höhen fehlerfreier Gesang und eine wirklich gute Akustik ließen die "Killers" glänzen. Die sofort vorhandene Sympathie für Sänger Flowers, eine überzeugende Lichtshow und eine Setliste ohne Schwächen taten ihr Übriges.
Das Publikum hielt von der ersten Minute an nicht mit seiner Begeisterung hinter dem Berg. Frenetischer Applaus, tausende Hände schwenkten von links nach rechts, Textzeilen wurden lauthals mitgesungen und nahezu jeder Song freudig aufgenommen.
"Day & Age", das neueste Album der "Killers", bildete die Grundlage des Konzertes, wurde aber nicht einfach nur runtergespielt. Neben mehreren aktuellen Nummern brachten die Amerikaner mit Highlights der ergangenen Alben die Menge immer wieder zum Kochen. "Jenny was a friend of mine" oder auch "Somebody told me" fanden besonderen Anklang und boten eine willkommene Abwechslung zum sonst eher elektronisch geprägten Sound. Auch die Ballade "Sam's Town" reihte sich nahtlos in eine glänzende Setlist von 18 Songs (+ 4 Titel als Zugabe) ein. Top!
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